Häufige Fragen zur Psychotherapie

in Berlin-Friedrichshain



Wie finde ich einen passenden Therapeuten? zur Antwort

 

Fragen Sie im Bekannten- und Freundeskreis nach Empfehlungen. Auch wenn über eigene Therapieerfahrung nicht offen gesprochen wird, gibt es auf Nachfrage häufig hilfreiche Auskünfte. Alternativ können Sie sich an Ihre Hausärztin wenden oder über die Kassenärztliche Vereinigung eine Psychotherapeutin in der Nähe suchen. Dabei können Sie z. B. zwischen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten mit Kassenzulassung wählen.

 

Diesen und weitere Suchdienste finden Sie unter Links.

 

Wer darf Psychotherapie anbieten und was unterscheidet die verschiedenen Therapeuten? zur Antwort

 

Viele verschiedene Berufsgruppen bieten Psychotherapie an. Sie unterscheiden sich durch ihr Studium, die Richtung der therapeutischen Weiterbildung und ihre Zulassung. Im großen und ganzen kann man Psychologinnen, Ärzte und Heilpraktikerinnen mit der Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz unterscheiden:

 

Psychologische Psychotherapeuten haben sich im Psychologiestudium mit der Seele auseinandergesetzt und eine psychotherapeutische Weiterbildung in einem Richtlinienverfahren für Erwachsene absolviert. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen haben Psychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik studiert und eine mehrjährige therapeutische Weiterbildung für Menschen bis zum 21. Lebensjahr abgeschlossen. Psychologen ohne eine Weiterbildung brauchen eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, um Psychotherapie anbieten zu dürfen und eine Weiterbildung in einem therapeutischen Verfahren, um therapeutische Kompetenz zu erwerben. Lediglich das Studium genügt dazu nicht.

 

Ärztliche Psychotherapeutinnen haben Medizin studiert und ebenfalls eine psychotherapeutische Weiterbildung in einem Richtlinienverfahren oder eine Facharztausbildung, die Psychotherapie umfasst, absolviert. Sie können neben Psychotherapie auch Medikamente (Psychopharmaka) verschreiben, die eine Behandlung unterstützen können.

 

Heilpraktiker für Psychotherapie haben eine Prüfung beim Gesundheitsamt abgelegt. Dazu wird kein bestimmtes Studium vorausgesetzt. Daher ist die Qualität der angebotenen Leistungen sehr unterschiedlich. Um die Qualität zu bewerten, sollten Sie sich das Studium, die therapeutische Weiterbildung z. B. in Gesprächspsychotherapie oder systemischer Therapie und die Berufserfahrung der jeweiligen Therapeutin ansehen. Um abzuschätzen, ob man sich in guten Händen befindet, sollten die Qualitätsstandards der großen Dachverbände erfüllt werden. Für die systemische Therapie sind dies die DGSF und SG, die den Abschluss zertifizieren. Unter Über Mich gelangen Sie zu meinen beruflichen Qualifikationen.

 

Psychiaterinnen sind Fachärzte für Psychiatrie, die Spezialisten sind für die Diagnostik von psychischen Störungen, ihre medikamentöse Behandlung, die Abklärung organischer Ursachen und können auch für eine psychotherapeutische Behandlung anbieten (bei älteren Weiterbildungen war Psychotherapie jedoch kein Bestandteil der Ausbildung). Sie können Medikamente verschreiben (im Gegensatz zu psychologischen Psychotherapeutinnen oder Heilpraktikern für Psychotherapie).

 

Was ist ein Richtlinienverfahren? Was bezahlt die Krankenkasse? zur Antwort

 

Therapeutische Behandlungsmethoden, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), einem Zusammenschluss aus Ärztinnen, Psycho­the­ra­peuten, Kran­ken­häusern und Kran­ken­kassen, in einer Richtlinie als wirksam festgelegt wurden.
Zur Zeit gibt es in Deutschland drei Richtlinienverfahren, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen für Einzel- und Gruppentherapie übernommen werden. Voraussetzung dafür ist, dass eine psychische Störung mit Krankheitswert von einer psychologischen Psychotherapeutin oder einem Arzt diagnostiziert wurde. Sie können bis zu 4 Probesitzungen (sog. probatorische Sitzungen) Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder analytische Psychotherapie in Anspruch nehmen. Danach verfasst die Psychotherapeutin einen Bericht inklusive der Erstellung einer Diagnose und schickt ihn an die Krankenkasse. Nach den Probesitzungen müssen Sie einen Arzt (z. B. Hausärztin) aufsuchen und ebenfalls einen Bericht, sog. Konsiliarbericht, erstellen lassen.

Die Krankenkassen können dann für die Einzeltherapie Erwachsener folgende Stundenkontingente bewilligen:

Für Verhaltenstherapie 12 bis 80 Stunden, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 12 bis 100 Stunden und Psychoanalyse 160 bis 300 Stunden.

 

Ist die systemische Therapie wissenschaftlich anerkannt? zur Antwort

 

Ja. Im Gutachten von 2008 hat der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die wissenschaftliche Anerkennung der systemischen Therapie für die folgenden Anwendungsbereiche festgestellt:
  • Affektive Störungen (F3),
  • Essstörungen (F50),
  • Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten (F54),
  • Abhängigkeiten und Missbrauch (F1, F55),
  • Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F2),

 

und als „Verfahren für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten gemäß § 1 Abs. 1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten“ empfohlen. Die berufsrechtliche Anerkennung ist damit erfolgt. Für den Bereich Kinder- und Jugendpsychotherapie hat 2016 der erste Therapeut die Approbationsausbildung in systemischer Therapie in Berlin erfolgreich abgeschlossen. Die sozialrechtliche Anerkennung wird vom G-BA zur Zeit geprüft. Wenn diese erfolgt, wäre systemische Therapie nach einer Approbationsausbildung und der Aufnahme in die Richtlinienverfahren von der Krankenkasse zu übernehmen.

 

Ist systemische Therapie im Kostenerstattungsverfahren möglich? zur Antwort

 

Über das Kostenerstattungsverfahren mit mir abzurechnen ist nicht möglich.

Die Kostenerstattung für Leistungen eines Heilpraktikers für Psychotherapie werden von den Krankenkassen nur in Ausnahmefällen übernommen. Da es in Berlin ausreichend Plätze bei Psychotherapeutinnen ohne Kassenzulassung für das Erstattungsverfahren gibt, ist eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung nahezu aussichtslos.

Nach § 13 Absatz 3 SGB V ist es möglich ein Angebot in einer Privatpraxis bei einem Psychotherapeuten ohne Kassensitz unter gewissen Bedingungen in Anspruch zu nehmen. Voraussetzungen sind: Wenn nicht in angemessener Zeit (Wartezeiten bis zu drei Monaten gelten als zumutbar) und angemessener Entfernung ein Therapieplatz zur Verfügung steht, der dringende Bedarf des Patienten besteht und die Therapeutin ein Richtlinienverfahren anbietet.
Auf jeden Fall sollten Sie die Möglichkeit vorab mit Ihrer Krankenkasse besprechen, da die Anforderungen und Nachweise, die vorgelegt werden müssen sich von Kasse zu Kasse unterscheiden.

Weitere Informationen zum Kostenerstattungsverfahren finden Sie unter Links.

 

Möwe fliegt sinnbildlich für jemanden in der systemischen Einzeltherapie

ein Möwen Paar  zeigt die Bedeutung des anderen auch in systemischer Einzeltherapie
Was bedeutet „psychische Störungen mit Krankheitswert“? zur Antwort

 

Der Ausdruck „psychische Störung“ bezieht sich auf eine Veränderung des Erlebens, das Emotionen (Gefühle) und Kognitionen (Denken, Aufmerksamkeit und Gedächtnis) umfasst. Die Veränderung kann sowohl organische als auch psychische Ursachen haben.
Eine Diagnose wird von einer Ärztin oder einem psychologischen Psychotherapeuten nach dem ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases der Weltgesundheitsorganisation) vergeben. Das ICD-10 ist das aktuelle in Deutschland gültige Handbuch aller Arten von Krankheiten. Der Begriff der psychischen Störung soll den Ausdruck „psychische Erkrankung“ ersetzen, der als zu stigmatisierend empfunden wurde.

Im ICD-10 finden sich beschreibende Diagnosekriterien für:
  • Süchte, Missbrauch von Substanzen, Essstörungen,
  • Schizophrenien und wahnhafte Störungen,
  • Depressionen und Manien,
  • Angststörungen, Zwänge, Anpassungs-, Belastungs- und somatoforme Störungen,
  • Schlafstörungen und sexuelle Störungen,
  • Persönlichkeitsstörungen.
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Wer bietet Hilfe in akuten Krisensituationen in Friedrichshain? zur Antwort

 

Angebote für akute seelische Krisen finden Sie unter Links.

 

Wie finde ich schnelle Hilfe bei einer niedergelassenen Therapeutin, die
die gesetzliche Krankenkasse bezahlt? zur Antwort

 

Seit April 2017 vermittelt die Terminservicestelle (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin freie Termine bei Psychotherapeutinnen in die neu anzubietende Sprechstunde. Die Termine in der psychotherapeutischen Sprechstunde sollen in 25 Minutenschritten angeboten werden und sind damit kürzer als Therapiestunden. In der Sprechstunde soll geklärt werden, ob eine psychotherapeutische Behandlung nötig ist (also eine psychische Störung mit Krankheitswert vorliegt). Sie soll mit einer Empfehlung abschließen z. B. für eine Akutbehandlung, Probatorische Sitzungen in der Richtlinienpsychotherapie oder einem Verweis an eine andere Stelle (Beratungsstelle, Krankenhaus, Psychiaterin, etc.).
Die Servicestelle soll innerhalb einer Woche einen Termin mitteilen, der in spätestens 4 Wochen stattfindet. Wenn das nicht möglich ist, soll sie einen ambulanten Behandlungstermin an einem Krankenhaus vermitteln. Die Patienteninformation der TSS finden Sie unter Links.

 

Was bietet die Terminservicestelle nicht:

  • keine Vermittlung zu Probatorischen Sitzungen der Richtlinienpsychotherapie. Das heißt, um einen von der gesetzlichen Krankenkasse finanzierten Therapieplatz zu finden, ist es weiterhin erforderlich einzelne Therapeutinnen abzutelefonieren und sich nach freien Plätzen zu erkundigen (weiterhin Wartezeiten),
  • kein Anspruch auf Vermittlung zu einer bestimmten Therapeutin, zu einer gewünschten Uhrzeit oder in einem gewünschten Stadtbezirk,

aber: die Sprechstunden bieten schnelleren Zugang zu einem ersten Gespräch bei einem Psychotherapeuten und einer Abklärung. Jedoch beheben sie nicht die Knappheit an Therapieplätzen (mit Ausnahme der Akutbehandlung).

 

Was ist die neugeschaffene psychotherapeutische Akutbehandlung? zur Antwort

 

Wenn in der Sprechstunde die Akutbehandlung empfohlen wurde, können Sie sich über die Terminservicestelle dazu einen Platz vermitteln lassen. Voraussetzung ist, dass Sie sonst schwerer erkranken würden oder nicht mehr zur Schule, Arbeit gehen könnten oder ins Krankenhaus müssten.
Die Akutbehandlung soll entlasten und eine Verschlimmerung vermeiden, aber es soll keine komplette Behandlung stattfinden. Dazu stehen 24 Gesprächseinheiten je 25 Minuten zur Verfügung.

 



Um zur ausführlichen Beschreibung der systemischen Einzeltherapie zu kommen, klicken Sie bitte hier.